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Storytelling III: Content contra Inkontinenz in Sozialen Medien

Wenn wir uns entschieden haben, einen Blog oder eine geschäftliche facebook-Seite zu bespielen, dann stellt sich die Frage, wie oft und zu welchen Themen wir “posten”.
Angenommen, wir verfolgen ein Ziel mit unseren Veröffentlichungen und wollen uns beispielsweise einen Status als “Bescheidwisser” erarbeiten.
Da hilft es, sich mal in die Rolle des “Kunden” zu versetzen und sich selbst zu fragen, was man sich als interessierter Leser wünscht und was nicht. Das tue ich hiermit und versuche ein paar kluge Sätze daraus abzuleiten.

Die Dosierung macht´s

Man kann nicht nicht kommunizieren”- der Watzlawick´sche Satz ist bekannt.
Du bist als Blog- oder Facebook-Seitenbetreiber präsent und je länger ich nichts Aktuelles von Dir veröffentlicht sehe, desto größer wird der Abstand zwischen uns.
“Lange” ist bei facebook für mich mehr als 2 Wochen, bei einem Blog mehr als 2 Monate. Ich denke dann: “Was ist mit dem los?” – Wie im analogen (Beziehungs-)Leben. Schweigsame Menschen erzeugen Spekulationen aller Art. Was denkt er/ sie wohl gerade (über mich). Er/Sie sagt gar nichts. Wahrscheinlich hat das nichts Gutes zu bedeuten…

Warum ist das so?
Kommunikation_ist alles Meine These: Kommunikation ist das wichtigste verbindende Element zwischen Menschen und damit der Schlüssel zur Lösung von Problemen.
Communio = Gemeinschaft
Der, der wenig kommuniziert, teilt demnach (implizit) mit, dass
1. seine Problemlösungskompetenz (oder
-bereitschaft) eingeschränkt ist und/ oder er
2. wenig mit anderen Menschen (also in dem Fall mit mir) am Hut hat.

………..
Extrovertierte haben mit der Frequenz ihrer Mitteilungen weniger Probleme. Social Media ist ja wie geschaffen für kommunikative Zeitgenossen. Fast täglich mehrere facebook-Posts, jeder kennt das. Der Engpass ist eher Substanz und Konsistenz.
Gibt es einen Fachbegriff für übermäßige Mitteilsamkeit?

Content: Wie entsteht Relevanz?
Communicare bedeutet: (etwas) teilen, mitteilen, gemeinsam machen.
Gut, wenn dieses “etwas” für mich nützlich oder interessant ist.
Was ist nützlich oder interessant?

Alles was dazu beiträgt, die Welt und das Leben besser zu machen. Neue Ideen und Projekte, Gelegenheiten etwas zu lernen, mitzumachen, interessante Menschen und deren Geschichte kennenzulernen. Humor, Ironie und gute Fragen.
Persönliche Mitteilungen auch, wenn sie berühren, wenn es um etwas geht, was einen wirklichen Unterschied im Leben gemacht hat – einen  Schmerz gelindert oder eine Sehnsucht erfüllt.

Was ist nicht interessant?
Private, belanglose Botschaften und allzu laut vorgetragene Meinungen, auch wenn es für den Verfasser gerade relevant sein mag. Er hat gerade irgendwo eingecheckt, ein unscharfes Photo auf einer Straße in einer Weltstadt geschossen.

Vorsicht Feuergefahr! 
Ein Killer für ein solides Experten-Profil ist Beliebigkeit. Man hat zu allen möglichen Themen etwas zu sagen – durchaus mit Gehalt – aber es gibt keinen erkennbaren roten Faden. Das ist der sichere Reputationstod, wenn Beliebigkeit auf Häufigkeit trifft.
Aber auch Einseitigkeit – immer nur das eine Thema. Ich denke dann: “Der (die) schon wieder” – Dein Name als Sender 
verbrennt” und ich schalte ab, klicke weg. Auf einer Website mit Werbeeinblendungen nennt man solche Effekte Banner Burnout” oder “Banner Blindness”.

Die Balance zwischen Spezialisierung und Abwechslung.
Die Kunst ist es, sich auf ein Thema zu konzentrieren und dieses immer wieder von neuen Seiten zu betrachten, neue Erfahrungen zu teilen, spannende Geschichten zu erzählen.
Gibt es leuchtende Beispiele?
Ja, etwa Burkhard Schneiders 
Best-Practice-Business Blog. Ein Thema (innovative Geschäftsideen) in immer neuen Variationen.
Oder 
stevepavlina.de, Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen.

blogchartsAuf Platz 4 der deutschen Blog-Charts: Der veganblog.de, tolle Anregungen für gesundes Essen.
Simone Janson mit berufebilder.de ist nicht mehr unter den Top 100, obwohl lt. Die Zeit das “meistgelesene Blog für Beruf, Bildung und Karriere”. Sehr schön ihre Seite mit Geschäftsideen.

Storytelling 

Gute Geschichten: Danach suchen Journalisten und andere Publizierende ständig.
Man sollte meinen, dass der beste Content und die besten Geschichten ganz oben in den Blog-Charts stehen. Stimmt das?
Auf Platz 1 steht seit längerem unangefochten, mit Abstand, der 
Postillon. Gute Geschichten, ja sicher…
Überhaupt ziemlich viel Entertainment auf den vorderen Plätzen. Gute Stories unterhalten, das ist klar. Ist es am Ende das was die Menschen am meisten schätzen? Eine gute Geschichte? Und erst dann kommt der Content, der etwas bewegt, neue Sichtweisen und Möglichkeiten eröffnet?
Bedeutet das, man kann noch so sehr “Experte” auf einem Gebiet sein – wenn man es nicht spannend erzählt, interessiert es keinen? Da könnte wohl etwas dran sein. Ich glaube, das ist tatsächlich so. Da lohnt es sich wohl, noch mehr über Storytelling in Erfahrung zu bringen.

Darum schauen wir uns im nächsten Beitrag “Storytelling IV” mal an, was eigentlich eine gute Story ausmacht.